Reiseenduro BMW R 1200 GS LC - Kaufen oder nicht?


 
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Immer wieder werde ich auf Reisen gefragt, warum ich als Deutscher nicht mit einer BMW unterwegs sei. Meine knappe Antwort darauf war bisher immer: "cause im not stupid".
 


 
Da heutzutage aber immer mehr Menschen den Mut haben, ihrem langweiligen Sklavenleben zu entfliehen und auf Weltreise zu gehen, habe ich meine persönlichen Abwägungen mal aufgeschrieben. Vielleicht kann es ja den Einen oder Anderen vor einem gewaltigen Fehler fern ab des ADAC bewahren. Es kommt in erster Linie darauf an, aus welchem Grund man sich eine Reiseenduro kauft. Teurere Dinge machen nicht automatisch glücklicher.
 

√ Zum Protzen vor der Eisdiele -> GS Perfekt
√ Als Garagendeko -> GS Perfekt
√ Anfängertauglichkeit dank tausend elektronischer Helfer -> GS Perfekt
√ Viel unnötiger Zubehör zum dran schrauben auf dem Markt -> GS Perfekt
√ Enduro für Höchstgeschwindigkeitsfahrten nur auf deutscher Autobahn -> GS Perfekt
⊗ Enduro zum offroad fahren -> viel zu schwer mit all dem elektronischen Klimbim
⊗ Motorrad für den täglichen Weg zur Arbeit im Stadtverkehr -> viel zu breit
⊗ Günstiges Fortbewegungsmittel -> mit 20.000 Euro viel zu teuer
⊗ Geringer Spritverbrauch -> Spritschlucker mit 1200ccm
⊗ Einfache und dadurch günstige Wartung -> Computer auf Rädern braucht Diagnosecomputer
⊗ Ersatzteilversorgung und einfache Reparatur weltweit -> viel zu anfällig und kompliziert
⊗ Lange Haltbarkeit -> bisher schlechtestes Motorrad überhaupt mit Motorschäden in allen Langstreckentests der Zeitschriften bei lächerlichen 50.000km.
 
Während man mit einer gebraucht 700 Euro günstigen Honda Transalp Enduro Spass haben und ohne Probleme auch mal durch einen Wald brettern kann, verursachen kleine Kratzer im Lack eines 20.000 Euro teuren Kunden- oder Pressebikes bereits einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Die adipöse BMW bin ich natürlich trotzdem mehrfach geschäftlich gefahren. Wie nicht anders zu erwarten, machten die Ausfahrten auch mit diesem Motorrad grossen Spass.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Die Sonne schien und die warmen Temperaturen sorgen für ordentlichen Grip an den Reifen. Da ist es egal, mit welcher Marke man unterwegs ist.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Da man mir bei der Übergabe der Reiseenduro Fahrten abseits der Strassen untersagt hatte, verliess ich die Strasse nur, um Fotos der Testmaschine zu schiessen. Eine Kuh gehört einfach auf eine Wiese.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Anschliessend durften die Maschinen zeigen, was sie konnten. Mit einem hörbaren Klong rastete der erste Gang ein. Die hydraulische Kupplung funktionierte spielend leicht.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Der Kardan, der die Kraft über das HAG ans Hinterrad überträgt, gillt als wenig haltbar. Darum wirbt die Konkurrenz bereits mit: „Unser Kardan wird nicht brechen!“ Wer wollte, konnte daraus eine ziemlich spitze Spitze in Richtung München herauslesen.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Ein leichtes drehen der rechten Hand wurde sofort in starken Vorschub umgesetzt. Der Motor hat mächtig Leistung und bringt einen sehr schnell auf verbotene Geschwindigkeiten.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Vor allem hier in den USA, wo nur maximal 75 Meilen erlaubt sind, riskiert man damit schnell seinen Führerschein.
Die BMW 1200 GS scheint eher was für die deutsche Autobahn zu sein und selbst dort schaffen es die durchschnittlichen Sonntagsfahrer nicht, die verfügbare Leistung mehr als 10 Sekunden lang zu nutzen. Dann ist man schneller als 215 km/h unterwegs.
Jede Sekunde in der man die verfügbare Leistung jedoch nicht nutzt, verschwendet man bares Geld. Zum Vergleich: Jede 125er erreicht heutzutage ebenfalls 100 km/h, mit deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch. Auch muss man immer Reifen mit einem hohen Geschwindigkeitsindex kaufen, selbst wenn man nie so schnell fährt. Abhilfe schaffen hier nur M&S Reifen in Verbindung mit einem Geschwindigkeitsaufkleber im Cockpit.
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Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
So leicht wie sich die immerhin rund 250 kg schwere Fuhre beschleunigen lässt, so einfach lässt sie sich auch wieder abbremsen. Oft bremst sie dank der intelligenteren Assistenten wie Antriebsschlupfregelung sogar von selber, damit sich die weniger intelligente Zielgruppe nicht auf die Nase legen, oder gibt ihre Leistung im Regenprogramm oder Cruise Programm gar nicht so schnell frei. Erfahrene Fahrer nerven solche Anfängerdrosseln gewaltig.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Inzwischen hat die BMW R 1200 GS so gute Bremsen wie alle anderen Motorräder auch. Es ist fast so, als würde man gegen eine unsichtbare Glaswand fahren. Damit auch Fahranfänger mit so starken Bremsen umgehen können, gibt es auch hier inzwischen elektronische Hilfe vom Computer: das ABS. Gleichzeitig wird die Bremskraft automatisch auf vorne und hinten verteilt. Heutzutage scheint es von einem "Motorradfahrer" schon zu viel verlangt zu wissen, wann er vorne oder hinten bremsen muss. Ein K.O. Kriterium für Offroad Fahrten, für Wheelies und zum driften.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Im Neuzustand funktioniert die komplexe Elektronik noch zuverlässig. (Im Film "Long way round" war eine Reperatur der ausgefallenen Bremsanlage auf Reisen nicht möglich.) Die Warnlampen im Cockpit blinken. Ein neues ABS Steuergerät nach wenigen Jahren kostet ca. 1500 Euro.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Wenige Meter später steht die Kiste. Falls beide Bremsen nicht plötzlich komplett ausfallen. Der Ausfall einer lebenswichtigen Bremse kommt bei BMW anscheinend recht häufig vor. Eigentlich ein Fall fürs Kraftfahrtbundesamt, das so schlechte Motorräder aus Sicherheitsgründen längst stillegen sollte. Trotzdem fallen auch weiterhin BMW Bremsen aus. Die meisten Fahrer können sich ja hinterher nicht mehr beschweren.
In renomierten Motorrad Zeitschriften liesst man von weiteren negativen Erfahrungen mit BMW Motorrädern. Immerhin hat es die Maschine geschafft, gleich drei mal in Folge mit Motorschäden durch die Dauertests der grossen Motorradzeitschriften zu fallen: 1, 2, 3. Kein Motorrad war bisher so schlecht. Entsprechend negativ fallen ihre Bewertungen aus mit "Bleibt nur der Tausch des kompletten Motors." MOTORRAD Ausgabe 12/2014 und "Der Fahrer darf seinem Schutzengel danken, dass das Inferno in der Schaltzentrale nicht während der Fahrt zur Blockade des Getriebes geführt hat." MOTORRAD Ausgabe 17/2014. Da das seit Jahren so geht, fragen die Redakteure die BMW Presseabteilung in ihrer Stellungnahme, warum ihre Qualität unterhalb der "vor allem japanischen Mitbewerber" liege, während der Preis deutlich teurer ist.
Das Wandeln eines Kaufvertrages wird anschliessend zu einer weiteren Tortur Auch BMW Autos gelten als extrem Fehleranfällig SWR Marktcheck vom 23.02.2016.
Die Konkurrenzprodukte Triumph Tiger Explorer, Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré, Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré Worldcrosser und Honda Crosstourer schneiden ohne Motorschäden mit "Tadelloser Zustand nach 50.000 Kilometern" in der MOTORRAD Ausgabe 22/2013 etc. sehr gut ab.
 
Motorräder aus Japan schaffen die 50.000 km inzwischen ohne messbaren Verschleiss,
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
während Platinenbomber aus München bei den mit 50.000 km eigentlich lächerlich niedrigen Langstreckentests immer wieder durch Motorschäden Aufmerksamkeit erregen: (klick) (klick) (klick) .
Zitat der Experten von MOTORRAD 21/2009: "Auffällig ist auf jeden Fall, dass nach wie vor japanische Maschinen kaum von Desastern betroffen sind. Die Japaner waren immer schon vorn bezüglich Qualität und Verarbeitung, daran hat sich im Grundsatz nichts geändert." Dieses bestätigt der alte und alte und der neue Consumer Report. Es hat sich also nichts verbessert.
 
"BMW und der MOTORRAD-Dauertest – diese Beziehung endete in den vergangenen Jahren nicht immer glücklich. Beispiele gefällig? Die erste R 1200 GS im Jahr 2005: je ein kapitaler Defekt an Hinterradantrieb und Getriebe. Fünf Jahre später patzte die K 1300 GT mit geplatztem Kupplungskorb und Kurbelwellenschaden. Im Jahr 2014 sorgte der Dauertest der wassergekühlten R 1200 GS mit einem kapitalen Getriebeschaden für einen Eklat."
 
Dabei sollte gerade in dieser Preisklasse eine Haltbarkeit von weit mehr als nur 50.000 km selbstverständlich und keine positiv zu erwähnende Überraschung sein. Immerhin schaffen das bereits 600 Euro Baumarktroller aus China und Supersportler. Das bessere ist des guten Feind.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Ein 20.000 Euro teures Motorrad sollte seinen Käufer nicht nur wenige Stunden zufrieden stellen, sondern, wie eine nur halb so teure Honda auch, mehr als 200.000 km halten. Einzelfälle? So viele??? Daran glaubt inzwischen niemand mehr. Darum gibt es für einige BMW Motorrad Modelle, wie die neuen R1200RTs, sogar komplette Fahrverbote.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Update: Während führende Motorradhersteller seit Jahren eine Wasserkühlung verwenden, bietet nun auch BMW die R 1200 GS LC mit Wasserkühlung an. Sie scheint jedoch auch nicht haltbarer zu sein als ihre Vorgänger. Selbst im Langstreckentest der Zeitschrift Motorrad 12/2014 ist bei zarten 44.000 km trotz top Wartung das Getriebe verreckt. Erstaunlich? Nach den vorherigen Testergebnissen nicht wirklich. Eher Tradition.
Diese "Reiseenduros" scheinen für Fahranfänger gebaut, die damit nicht schneller fahren als mit einer 125er, aber nicht für Profitestfahrer, die die beworbenen mehr als 125 Pferdchen auch mal traben lassen. Auf die Kulanz sollte man nicht bauen.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Würde ein 7975,70 Euro + Einbau teurer Motor Totalschaden nicht in der MOTORRAD Dauertesttabelle mit nur -5 Punkten Abzug wie eine Panne durch einen viel einfacher zu reparierenden, 1,50 Euro günstigen Kupplungszug gewertet werden, würde BMW es vermutlich gar nicht erst unter die 100 besten Motorräder schaffen.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
So aber rankt die GS, die nicht mal das Ziel erreicht hat, erstaunlicher weise trotz Totalschaden mit 68 von 100 Punkten immernoch auf Platz 23 vor zuverlässigeren Maschinen, die die Testdistanz ohne messbaren Verschleiss absolviert haben.
Gerettet hat die BMW ihr angeblich so geringer Wertverlust (in % nicht in Euro). Dieser ist jedoch paradox. Ein Motorrad mit Motorschaden hat nur noch Schrottwert.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Durch gute Qualität schafft man es jedoch heutzutage nicht mehr, immer wieder mit einigen Tricks in die top 10 der neu zugelassenen Fahrzeuge. Dafür müssen Fahrzeuge nur in der Werbung gut aussehen aber dürfen im echten Leben nicht länger halten als Drucker oder Fernseher Stichwort geplante Obsoleszenz kurz nach Ablauf der Garantie siehe auch ARTE Dokumentation "Kaufen für die Müllhalde" und psychische Obsoleszens "ich brauch das neueste Modell wie mein Nachbar" siehe WDR Markt vom 12.01.2015.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Marktforschungen haben bewiesen, dass Fahrzeuge, die lange halten und ihre Besitzer voll zufrieden stellen, viel seltener durch neue Modelle ersetzt werden. Dass ist natürlich Gift für die Wirtschaft, darum wurde die Haltbarkeit neuer Produkte in den letzten Jahren stark verringert. Ein gewaltiger Rückschritt im Umweltschutz.
Die legendäre Haltbarkeit der Honda Motoren war vermutlich der Grund, warum ihre Produktion eingestellt wurde. Man konnte mit ihr kein Geld verdienen. Keiner der zufriedenen Kunden kam zum Service oder bestellte Ersatzteile etc. Wer 1990 eine Transalp gekauft hat, fährt nach 20 Jahren immer noch grinsend mit ihr herum. Meine hat bald 200.000 km und läuft perfekt...wozu also eine neue kaufen???
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Die Zielgruppe der GS sind augenscheinlich Leute, deren technisches Wissen nicht mal für einen Ölwechsel reicht. Mit der Angst vor dem Garantieverlust zwingt man die Kunden immer wieder in eine teure Werkstatt. Solange man Garantie hat, muss man sich strikt an den Wartungsplan halten und sei er noch so unsinnig. Dabei ist ein jährlicher Wechsel aller Flüssigkeiten etc. ist für Wenigfahrer weder sinnvoll noch gesetzlich vorgeschrieben.
Gleichzeitig definiert man schwerwiegende Motorschäden wie zum Beispiel hohen Ölverbrauch bis zu 1 Liter auf 1000km bei "made in Germany" einfach als normal.
Es ist erwiesen, dass sich Menschen ohne Fachkenntnisse durch ihre Gefühle und Urteilsheuristik täuschen lassen. Solchen reichen, ängstlichen Sonntagsfahrern können geschulte Verkäufer (nicht zu verwechseln mit neutralen Beratern) mit dem Wörtchen "Sicherheit" alles verkaufen, selbst ein Fahrzeug mit 125 PS für die Fahrt zur Eisdiele, obwohl ihr Fahrkönnen nicht mal reicht, um ein Bike mit 50 PS ohne elektronische Intelligenz wie ASR vollgas zu beherschen. Der Benjamin-Franklin-Effekt und kleine Berührungen lassen provisionsorientierte Verkäufer als vertrauenswürdige Freunde erscheinen. Das Ergebnis neutraler Zeitschriftentests wird dadurch unbewusst im Gehirn abgewertet. Später auftauchende Mängel werden einfach durch selektive Wahrnehmung verdrängt.
Psychologisch lässt sich dieses Verhalten ganz einfach erklären. Kein Mensch möchte sich einen Fehlkauf eingestehen, um Kognitive Dissonanz zu vermeiden. Ergo muss das Produkt einfach gut sein.
 
Update: Inzwischen gibt es die BMW R 1200 GS LC mit Reifendrucksensoren als direktes RDC bzw. RDKS, dabei merkt man beim fahren deutlich, wenn der Reifendruck zu niedrig ist und der Reifen anfängt zu arbeiten. Genau weil man dass spührt, fahren Endurofahrer ja absichtlich mit niedrigem Luftdruck. Erst wenn der Druck noch weiter absinkt besteht die reelle Gefahr, dass der Reifen abspringt.
Hilfreich bei einem Platten wäre dann ein Kompressor im Bordwerkzeug statt Mäusekino im Display. Typisch deutsch ist aber, schon Panik zu schieben wenn noch gar keine Gefahr besteht.
 
Ist die Batterie der Sensoren (hier kurz nach Ablauf der Garantie) leer, zeigt der Tacho nichts an. Das Wechseln der Batterie ist jedoch nicht einfach wie bei einer Armbanduhr über einen Bajonettverschluss möglich. Oh nein. Statt dessen ist die Batterie fest im Gerät eingenietet und vergossen.
Wers nicht schafft, seinen Reifenluftdruck selber an einer Tankstelle zu prüfen, muss seine Kiste halt öffter in eine Werkstatt bringen. Das nennt sich auch Kundenbindung. Dazu BMW:
 

Sehr geehrter Herr Dreissig,
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Die Lebenserwartung eines RDC-Sensors ist aufgrund der integrierten Batterie in der Tat begrenzt. Sie variiert dabei stark, da hierbei nicht nur das Alter, sondern auch die gefahrenen Kilometer und die Anzahl der Systemstarts eine Rolle spielen. Drei bis vier Jahre sollten aber im Regelfall problemlos möglich sein.
Ein Austausch der Batterie ist aus Gründen der Betriebssicherheit, der Miniaturisierung und Haltbarkeit (Fliehkräfte) technisch nicht möglich. Diese Konstruktionsweise ist durch die genannten Umstände in der gesamten Kfz-Industrie üblich und betrifft die RDC-Sensoren im Pkw- und Motorradbereich gleichermaßen.
Mit freundlichen Grüßen
BMW Motorrad Direct
80788 München


Dabei sind bei anderen Herstellern wie zB. Garmin die Batterien ihrer Reifendrucksensoren selbstverständlich und selbst ohne dass die Reifen abmontiert werden müssen auswechselbar. Andere Hersteller wie VW kommen bei passiven bzw. indirekten RDKS Systemen ganz ohne Sensoren in den Reifen aus. Sie überwachen den Reifen einfach mit dem vorhandenen ABS Sensor. Das funktioniert selbstverständlich auch bei unterschiedlichen Reifendimensionen, wenn man die Umdrehungen vor dem Vergleich mit dem Faktor X multipliziert. Ein platter Reifen dreht schneller als ein voller. Solange es keinen messbaren Unterschied gibt, besteht für den Fahrer auch keine Gefahr.
Die einzige Lösung bei BMW ist jedoch das Austauschen der kompletten Sensoren für zarte 110 Euro pro Rad + Montage. Während andere Fahrzeuge mit günstigen Universalsensoren auskommen, müsssen es hier Originale Sensoren sein. Natürlich benötigt man hierfür ersteinmal einen Werkstatttermin. Ein Schelm, wer hier an vorsätzliches Abkassieren der Kunden denkt.
 
Meinem Freund ist es trotzdem gelungen, einen solchen Sensor vorsichtig auf zu sägen und die eingetackerte Knopfzelle heraus zu lösen und zu tauschen. Der Sensor wird mit dem Ventil zusammen durch einen einmal verwendbaren Ring an der Felge gehalten. Diesen Ring gibt es natürlich nicht einzeln sondern nur im Paket mit einem neuen Sensor zu kaufen.
 
Mit den neuen 10 Cent teuren Batterien funktionierte so ein Gerät jedoch noch lange nicht. Viel mehr muss ein neuer Sensor mit anderer Seriennummer erst mit der Boardelektronik des Motorrades angelernt werden. Hierfür wiederrum brauchte man ein GS911 Diagnosegerät. Für 479.- Euro können Privatpersonen einen solchen erwerben. Solche teuren Privatanwendergeräte sind jedoch auf das verheiraten von 10 Motorrädern beschränkt. Man kann extra nicht sämtliche Motorräder im Freundeskreis damit reparieren, um den Werkstätten ihren Gewinn zu sichern. Wer mehr will, muss ein Diagnosegerät für mehrere tausend Euro erwerben, so wurde uns vom Werkstattmeister erklärt. Bevor man den Reifendrucksensor jedoch mit der Boardelektronik verheiraten kann, muss man ihn ersteinmal wecken, da er ansonsten bei Geschwindigkeiten von weniger als 30 km/h "schläft". Dafür wird ein weiteres Gerät für ca. 200 Euro benötigt. Anschliessend kann man die Fehler löschen und wieder ganz normal fahren. Inzwischen gibt es die GS mit Keyless Go siehe auch "Funkschlüssel haben große Sicherheitslücke" auf 3Sat Nano vom 28. April 2016, auf SWR Marktcheck vom 08.11.2016 und auf ARD Verbraucherfalle vom 05.12.2016. Anscheinend hat man aus der Problematik mit der Ringantenne nichts gelernt.
 
Fazit: Während alle Motorräder Spass machen, schlägt eine 700 Euro günstige Honda XL 600V Transalp eine 20.000 Euro teure BMW GS 1200 LC in den Punkten Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, einfache Wartung (selbst zum Einstellen der Ventile braucht man bei einer GS Spezialwerkzeug), natürlich im Preis und damit im Wertverlust pro Kilometer, mit ihrer schmaleren Bauform im täglichen Berufsverkehr, dank ihres geringeren Gewichts bei offroad Fahrten im Gelände und beim Spritverbrauch. Aber wer kauft eine BMW schon zum täglichen fahren?
Die GS schlägt die Transalp mit ihrer Höchstgeschwindigkeit auf den wenigen unbeschränkten Autobahngeraden in Deutschland (überall sonst sind mehr als die 160 km/h der Transalp verboten) und ihrer Anfängertauglichkeit auf Grund der vielen elektronischen Helfer und Drosseln. Damit ist sie das perfekte Fahrzeug für Poser, die sonst nichts zu bieten haben sondern nur teure Garagendeko suchen, um ihre Nachbarn zu beeindrucken, aber nicht für mich.
 
Charley Boorman, Ewan McGregor und Michael Martin haben die BMW nur genommen, weil sie diese gratis bekommen haben. Einem geschenkten Gaul und so. Honda braucht kein teures Sponsoring. Gute Dinge verkaufen sich auch so...
 
Soweit meine unbezahlte Meinung. Bezahlte Produkt Placements und Schleichwerbung von Mercedes und BMW findet man inzwischen selbst in Kinderbüchern siehe ARD Monitor vom 05-02-2015 und WDR Servicezeit vom 22.12.2015.
Update: In Zukunft soll es bei BMW auch Hill Control geben, damit selbst jeder untallentierte Sonntagsfahrer ein 100 PS Motorrad lenken kann. Fahren wird es dann der Computer Meine Meinung dazu finden sie hier. Alle Angaben ohne Gewähr. Weiter gehts zur Testfahrt der BMW R 1200 R.
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