Kaufberatung BMW R 1250 GS LC - Worauf sollte man achten?


 
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Immer wieder werde ich auf Reisen gefragt, warum ich als Deutscher nicht mit einer BMW 1250 unterwegs sei. Meine knappe Antwort darauf war bisher immer: "cause im not stupid".
 



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Da heutzutage jedoch immer mehr Menschen den Mut haben auf eine mehrjährige Weltreise zu gehen, statt ihre kostbare Lebenszeit in einem Büro zu vergeuden um für die Raten von sogenannten "Statussymbolen" zu arbeiten, habe ich meine persönlichen Abwägungen mal aufgeschrieben. Vielleicht kann es ja den Einen oder Anderen vor einem gewaltigen Fehler fernab des ADAC bewahren. Es kommt in erster Linie darauf an, aus welchem Grund man sich eine Reiseenduro kauft. Dinge machen nicht automatisch glücklich, nur weil sie teuer sind.
 

√ Zum Protzen vor der Eisdiele -> GS Perfekt
√ Als Garagendeko -> GS Perfekt
√ Anfängertauglichkeit dank tausend elektronischer Helfer -> GS Perfekt
√ Viel unnötiger Zubehör zum dran schrauben auf dem Markt -> GS Perfekt
√ Enduro für Höchstgeschwindigkeitsfahrten nur auf deutscher Autobahn -> GS Perfekt
⊗ Enduro zum offroad fahren -> viel zu schwer mit all dem elektronischen Klimbim
⊗ Motorrad für den täglichen Weg zur Arbeit im Stadtverkehr -> viel zu breit
⊗ Günstiges Fortbewegungsmittel -> mit 20.000 Euro viel zu teuer
⊗ Einfache und dadurch günstige Wartung -> Computer auf Rädern braucht Diagnosecomputer
⊗ Ersatzteilversorgung und einfache Reparatur weltweit -> viel zu anfällig und kompliziert
⊗ Lange Haltbarkeit -> bisher schlechtestes Motorrad überhaupt mit mehrfachen Motorschäden in den offiziellen Dauertests der Zeitschriften bei lächerlichen 50.000km siehe Tourenfahrer 1997 Auslassventil verbrannt bei 1100er, Mai 2015 Auslassventil bei 1200er nach 43.915km abgerissen, Getriebeschaden bei 37900km MOTORRAD 2005/21 und Tausch des gesamten Rumpfmotors nach 44.000 km MOTORRAD 2014/12.
 
BMW wirbt mit dem, was eine Honda Transalp aus macht: "Die Vielseitigkeit – Straße, Gelände, Stadt, Land, Komfort, Leistung – kombiniert mit der legendären Robustheit"

Wie weit es mit der Robustheit der GS her ist, hat man ja oben gesehen.
Wenn man jedoch nichts erwartet, weil man keine Ahnung von Motorrädern hat, ist eine GS perfekt. In Zeiten von Krediten und Finanzierungen kann jeder BMW fahren selbst Leute, die sich keine Weltreisen leisten könnten. Die Motorräder gehören dann nicht den Posern sondern einer Bank, die darum den Brief behällt.
 
Wenn man aber ein Motorrad möchte, dass 200.000km hällt wie eine Honda und einfach selbst in Afrika repariert werden kann, ohne dass man auf andere Leute, Spezialwerkzeug und Computer angewiesen ist dann merkt man schnell, wie schlecht eine GS wirklich ist.
Der völlig realitätsfremde Vorschlag, man könne sich ja Ersatzteile von Zuhause schicken lassen scheitert in der Praxis daran, dass die fleissigen Beamten beim Zoll bis zu drei Monate brauchen, um mal ein Paket zu bearbeiten.
 
Während man mit einer gebraucht 700 Euro günstigen Honda Transalp Enduro Spass haben und ohne Probleme auch mal durch einen Wald brettern kann, verursachen kleine Kratzer im Lack eines 20.000 Euro teuren Poserbikes bereits einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Wer fahren kann, braucht eh keinen Computer, der das fahren mit ABS, ASR oder Hillstart Control etc quasi übernimmt. Die adipöse BMW bin ich trotzdem mehrfach geschäftlich gefahren.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Die Sonne schien und die warmen Temperaturen sorgen für ordentlichen Grip an den Reifen. Wie nicht anders zu erwarten, machten die Ausfahrten selbst mit einer BMW viel Spass.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Da man mir bei der Übergabe der Reiseenduro Fahrten abseits der Strassen untersagt hatte, verliess ich die Strasse nur, um Fotos der Testmaschine zu schiessen. Eine Kuh gehört einfach auf eine Wiese.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Anschliessend durften die Maschinen zeigen, was sie konnten. Krachend rastete der erste Gang ein. Die hydraulische Kupplung funktionierte spielend leicht.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Der Kardan, der die Kraft über das HAG ans Hinterrad überträgt, gillt als wenig haltbar. Darum wirbt die Konkurrenz bereits mit: „Unser Kardan wird nicht brechen!“ Wer wollte, konnte daraus eine ziemlich spitze Spitze in Richtung München herauslesen.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Ein leichtes drehen der rechten Hand wurde sofort in starken Vorschub umgesetzt. Der Motor hat mächtig Leistung und bringt einen sehr schnell auf verbotene Geschwindigkeiten.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Vor allem hier in den USA, wo nur maximal 75 Meilen erlaubt sind, riskiert man damit schnell seinen Führerschein.
Die BMW 1200 GS scheint eher was für die deutsche Autobahn zu sein und selbst dort schaffen es die durchschnittlichen Sonntagsfahrer nicht, die verfügbare Leistung mehr als 10 Sekunden lang zu nutzen. Dann ist man schneller als 215 km/h unterwegs.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Jede Sekunde in der man die verfügbare Leistung jedoch nicht nutzt, verschwendet man bares Geld. Zum Vergleich: Jede 125er erreicht heutzutage ebenfalls 100 km/h, mit deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch. Schneller darf man ausser in Abu Dhabi in keinem Land der Welt fahren aber nach Abu Dhabi trauen sich BMW Sonntagsfahrer eh nicht. Trotzdem muss man immer teure Reifen mit dem passenden Geschwindigkeitsindex des Motorrades kaufen, selbst wenn man nie so schnell fährt. Abhilfe schaffte bis zum Reifenproduktionsdatum 2017 bei M&S Reifen ein Geschwindigkeitsaufkleber im Cockpit. Dieses ist ab 2018 nicht mehr erlaubt. Wer sich jetzt noch ein Motorrad kauft das schneller fährt als man braucht, zahlt für passende Reifen kräftig drauf. Dummheit gehört eben bestraft.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
So leicht wie sich die immerhin ca. 250 kg schwere Fuhre beschleunigen lässt, so einfach lässt sie sich auch wieder abbremsen. Oft bremst sie dank der intelligenteren Assistenten wie Antriebsschlupfregelung sogar von selber, damit sich die weniger intelligente Zielgruppe nicht auf die Nase legen, oder gibt ihre Leistung im Regenprogramm gar nicht so schnell frei.
Heutzutage scheint es von einem "Motorradfahrer" schon zu viel verlangt zu wissen, wann er vorne oder hinten bremsen muss. Ein K.O. Kriterium für Offroad Fahrten, für Wheelies und zum driften. Anfänger halten ja schon eine Schotterstrasse bzw. Gravelroad für Offroad. Damit liegen sie völlig falsch. Es handelt sich ebenfalls um eine Strasse: eine SchotterSTRASSE. Erfahrene Fahrer nerven solche Anfängerdrosseln gewaltig.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Im Neuzustand funktioniert die komplexe Elektronik noch zuverlässig. Die Warnlampen im Cockpit blinken.
Im Werbefilm "Long way round" musste eine GS heim geflogen werden weil absolut keine Bremswirkung mehr vorhanden war, nachdem Erwan und Charlie das ABS Modul beim schweissen beschädigt hatten. Es reicht dafür also vermutlich eine Spannungsspitze. Ein neues ABS Steuergerät kostet ca. 1500 Euro.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Wenige Meter später steht die Kiste. Falls beide Bremsen nicht plötzlich komplett ausfallen. Der Ausfall einer lebenswichtigen Bremse kommt bei BMW anscheinend recht häufig vor und ist eigentlich ein Fall fürs Kraftfahrtbundesamt, dass so schlechte Platinenbomber aus Sicherheitsgründen stillegen sollte. Trotzdem fallen auch weiterhin BMW Bremsen aus. Die meisten Fahrer können sich ja hinterher nicht mehr beschweren.
In renomierten Motorrad Zeitschriften liesst man von weiteren negativen Erfahrungen mit BMW Motorrädern. Immerhin hat es die Maschine geschafft, gleich mehrfach mit Motorschäden durch die Dauertests der grossen Motorradzeitschriften zu fallen siehe: Tourenfahrer 1997 Auslassventil verbrannt bei 1100er, Mai 2015 Auslassventil bei 1200er nach 43.915km abgerissen, Getriebeschaden bei 37900km MOTORRAD 2005/21 und Tausch des gesamten Rumpfmotors nach 44.000 km MOTORRAD 2014/12. Kein Motorrad war bisher so schlecht. Entsprechend negativ fallen ihre Bewertungen aus mit "Bleibt nur der Tausch des kompletten Motors." MOTORRAD Ausgabe 12/2014 und "Der Fahrer darf seinem Schutzengel danken, dass das Inferno in der Schaltzentrale nicht während der Fahrt zur Blockade des Getriebes geführt hat." MOTORRAD Ausgabe 17/2014. Da das seit Jahren so geht fragen die Redakteure die BMW Presseabteilung in ihrer Stellungnahme, warum ihre Qualität unterhalb der "vor allem japanischen Mitbewerber" liege, während der Preis deutlich teurer ist.
Das Wandeln eines Kaufvertrages wird anschliessend zu einer weiteren Tortur Auch BMW Autos gelten als extrem Fehleranfällig siehe SWR Marktcheck vom 23.02.2016 und fallen bei Dauertests immer wieder durch.
Die Konkurrenzprodukte Triumph Tiger Explorer, Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré, Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré Worldcrosser und Honda Crosstourer schneiden ohne Motorschäden mit "Tadelloser Zustand nach 50.000 Kilometern" in der MOTORRAD Ausgabe 22/2013 etc. sehr gut ab.
 
Motorräder aus Japan schaffen die 50.000 km inzwischen ohne messbaren Verschleiss,
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
während auch andere Modelle aus München bei den mit 50.000 km eigentlich lächerlich niedrigen Langstreckentests immer wieder durch Motorschäden Aufmerksamkeit erregen: 1, 2, 3, 4. (Kolben schon verschlissen).
Zitat der Experten von MOTORRAD 21/2009: "Auffällig ist auf jeden Fall, dass nach wie vor japanische Maschinen kaum von Desastern betroffen sind. Die Japaner waren immer schon vorn bezüglich Qualität und Verarbeitung, daran hat sich im Grundsatz nichts geändert." Das sehen auch die Profies von 1000PS so. Auch bestätigt es der alte und der neue Consumer Report. Es hat sich also nichts verbessert. Einzelfälle? So viele??? Daran glaubt inzwischen niemand mehr.
 
"BMW und der MOTORRAD-Dauertest – diese Beziehung endete in den vergangenen Jahren nicht immer glücklich. Beispiele gefällig? Die erste R 1200 GS im Jahr 2005: je ein kapitaler Defekt an Hinterradantrieb und Getriebe. Fünf Jahre später patzte die K 1300 GT mit geplatztem Kupplungskorb und Kurbelwellenschaden. Im Jahr 2014 sorgte der Dauertest der wassergekühlten R 1200 GS mit einem kapitalen Getriebeschaden für einen Eklat."
 
Dabei sollte gerade in dieser Preisklasse eine Haltbarkeit von weit mehr als nur 50.000 km selbstverständlich und keine positiv zu erwähnende Überraschung sein. Immerhin schaffen das bereits 600 Euro Baumarktroller aus China und Supersportler.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Ein 20.000 Euro teures Motorrad sollte seinen Käufer nicht nur wenige Stunden zufrieden stellen, sondern, wie eine nur halb so teure Honda mehr als 25 Jahre halten.
Natürlich wird vereinzelt auch auf BMWs mit hoher Kilometerleistung verwiesen. Hier sollte man den Besitzer unbedingt fragen, der wie vielte Motor, Getriebe, HAG, Kardan oder ABS Steuergerät verbaut wurde. Das wird gerne "vergessen" zu erwähnen...
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Während führende Motorradhersteller aus Japan wie Honda seit 1977 eine Wasserkühlung verwenden, bietet nun auch BMW mit 36 Jahren Verspätung zur Honda CX 500 das neue Modell der R 1200 GS LC mit Wasserkühlung an. Sie scheint jedoch auch nicht haltbarer zu sein als ihre Vorgänger. Selbst im Langstreckentest der Zeitschrift Motorrad 12/2014 ist bei zarten 44.000 km trotz top Wartung das Getriebe verreckt. Erstaunlich? Nach den vorherigen Testergebnissen nicht wirklich. Eher Tradition.
Diese "Reiseenduros" scheinen für Fahranfänger gebaut, die damit nicht schneller fahren als mit einer 125er, aber nicht für Profitestfahrer, die die beworbenen mehr als 125 Pferdchen auch mal traben lassen. Auf die Kulanz sollte man nicht bauen.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Würde ein 7975,70 Euro + Einbau teurer Motor Totalschaden nicht in der MOTORRAD Dauertesttabelle als ungeplanter Werkstattaufenthalt mit nur -5 Punkten Abzug wie eine Panne durch einen viel einfacher zu reparierenden, 1,50 Euro günstigen Kupplungszug gewertet werden, würde BMW es vermutlich gar nicht erst unter die 100 besten Motorräder schaffen.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
So aber rankt die GS, die nicht mal das Ziel erreicht hat, erstaunlicher weise trotz Totalschaden mit 68 von 100 Punkten immernoch auf Platz 23 vor zuverlässigeren Maschinen, die die Testdistanz ohne messbaren Verschleiss absolviert haben.
Gerettet hat die BMW ihr angeblich so geringer Wertverlust (in %. Netto in Euro hat die überteuerte GS mit den höchsten Wertverlust aller Motorräder auf dem Markt. Ein Fahrzeug, dass von Anfang an weniger kostet, kann gar keine 20.000 Euro an Wert verlieren). Diese Art der Bewertung ist sowieso paradox. Ein Motorrad mit Motorschaden hat nur noch Schrottwert. Was bringt einem ein cool aussehendes Fahrzeug, dass nicht mal vernünftig fährt?
Als der dicke Suzuki Choper Intruder als einziges Motorrad aus Japan in den letzten 10 Jahren im Langzeittest einen Motorschaden hatte, wurde ihr kein neuer Motor spendiert. Sie landete im Test ganz weit hinten. Wird hier mit zweierlei Mass gemessen? Mit Statistiken kann man eben sehr kreativ umgehen siehe ARD Reportage "Im Land der Lügen".
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Durch gute Qualität schafft man es jedoch heutzutage nicht mehr, immer wieder mit einigen Tricks in die top 10 der neu zugelassenen Fahrzeuge. Dafür müssen Fahrzeuge nur in der Werbung gut aussehen aber dürfen im echten Leben nicht länger halten als Drucker oder Fernseher Stichwort geplante Obsoleszenz kurz nach Ablauf der Garantie siehe auch ARTE Dokumentation "Kaufen für die Müllhalde" und psychische Obsoleszens "ich brauch das neueste Modell wie mein Nachbar" siehe WDR Markt vom 12.01.2015.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Marktforschungen haben bewiesen, dass Fahrzeuge, die lange halten und ihre Besitzer voll zufrieden stellen, viel seltener durch neue Modelle ersetzt werden siehe ZDFinfo Dokumentation "Die gelenkte Konsumgesellschaft". Dass ist natürlich Gift für die Wirtschaft, darum wurde die Haltbarkeit neuer Produkte in den letzten Jahren stark verringert. Die dummen Kunden sollen immer wieder ein neues Modell kaufen müssen. Ein gewaltiger Rückschritt im Umweltschutz. "Unsere Vorfahren konnten noch haltbare Produkte bauen" Zitat ZDFinfo Planet e vom 18.08.2018.
 
Die legendäre Haltbarkeit der Honda Motoren war vermutlich der Grund, warum ihre Produktion eingestellt wurde. Man konnte mit ihr kein Geld verdienen. Zitat MOTORRAD: "Honda-Händler schlafen unruhig: Die Transalp sehen sie nur sporadisch zum großen Check up, die Ersatzteile verstauben in den Regalen. Um so friedlicher träumen die Kunden: vom nächsten Urlaub ohne Probleme. " Wer 1990 eine Transalp gekauft hat, fährt nach 25 Jahren immer noch grinsend mit ihr herum. Wozu also schon eine neue kaufen???
 
Die Zielgruppe der GS sind augenscheinlich Leute, deren technisches Wissen nicht mal für einen Ölwechsel reicht. Mit der Angst vor dem Garantieverlust zwingt man solche Kunden immer wieder in teure Werkstätten und zieht sie dort über den Tisch siehe Frontal 21 vom 18. Juli 2017 und ueber BMW siehe ZDF Zoom vom 11.10.2017 und ZDF Zoom vom 04.02.2018. Seine Glaubwürdigkeit hat BMW längst verlohren.
 
Man muss sich strikt an den Wartungsplan halten und sei er noch so unsinnig. Dabei ist ein jährlicher Wechsel aller Flüssigkeiten etc. ist für Wenigstfahrer weder sinnvoll noch gesetzlich vorgeschrieben und verhindert auch keine Motorschäden. Dadurch hat man dann jedoch Garantie, wenn "Made in Germany"mal wieder verreckt.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Gleichzeitig definiert man schwerwiegende Mängel wie zum Beispiel hohen Ölverbrauch bis zu 1 Liter auf 1000km bei "made in Germany" einfach als normal siehe Stellungnahme von BMW im Tourenfahrer.
 
Es ist erwiesen, dass sich Menschen ohne Fachkenntnisse durch ihre Gefühle und Urteilsheuristik täuschen lassen. Solchen reichen, ängstlichen Sonntagsfahrern können geschulte Verkäufer (nicht zu verwechseln mit neutralen Beratern) mit dem Wörtchen "Sicherheit" alles verkaufen, selbst ein Fahrzeug mit 125 PS für die Fahrt zur Eisdiele, obwohl ihr Fahrkönnen nicht mal reicht, um ein Bike mit 50 PS ohne elektronische Intelligenz wie ASR vollgas zu beherschen.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Der Benjamin-Franklin-Effekt lässt provisionsorientierte Verkäufer als vertrauenswürdige Freunde erscheinen siehe NDR Doku "Autoverkäufer: die Arbeit zwischen Kunden, Gratiskaffee und Neuwagen" vom 04.10.2017: "Am Ende zählt für den Verkäufer nur die Unterschrift auf dem Vertrag!" Dumme Kunden kaufen ein Fahrzeug 80% emotional und nur 20% rational.
 
Alfred Pritchard Sloan schaffte es bereits in den 50ger Jahren durch psychologische Beeinflussung der Konsumenten, das Interesse der Käufer vom Wesentlichen auf das Nebensächliche wie die Farbe eines Produktes zu lenken, um ihnen jedes Jahr ein neues Fahrzeug verkaufen zu können. Diese Art des psychologischen Verkaufens wurde bis heute perfektioniert siehe ZDFinfo Dokumentation "Die gelenkte Konsumgesellschaft". Wegwerfartikel für eine Wegwerfgesellschaft. Das erklärt jedes Jahr die hohen Neuzulassungszahlen von BMWs. 25 Jahre haltbare Qualitätsprodukte von Honda werden kaum noch nachgefragt. Wer keine Ahnung hat kauft einfach, was vom Hersteller mit einem grossen Budget beworben wird und was alle kaufen.
Ein wichtiger Faktor ist auch der Gruppenzwang siehe NDR Experiment mit Linda Zervakis "Wie viel Herdentier steckt in uns?" vom 26.09.2017.
 
Später auftauchende Mängel an den BMWs werden einfach durch selektive Wahrnehmung verdrängt.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Psychologisch lässt sich dieses Verhalten ganz einfach erklären. Kein Mensch möchte sich im Nachhinein einen Fehlkauf eingestehen, um Kognitive Dissonanz zu vermeiden. Ergo muss das gekaufte Produkt einfach gut sein.
 
Es gibt die BMW R 1250 GS LC mit Reifendrucksensoren als direktes RDC bzw. RDKS, obwohl ein Motorradfahrer im Gegensatz zu einem Autofahrer deutlich merkt, wenn der Reifendruck zu niedrig ist und der Reifen anfängt zu arbeiten. Genau weil man sowas spührt, fahren Endurofahrer ja absichtlich mit niedrigem Luftdruck. Erst wenn der Druck noch weiter absinkt besteht die reelle Gefahr, dass der Reifen abspringt. Trotzdem besitzt ein platter Reifen bei hoher Geschwindigkeit eine gewisse Eigenstabilität. Langsam mit plattem Reifen zu fahren ist schwieriger.
Hilfreich bei einem Platten wäre dann ein Kompressor im Bordwerkzeug statt Mäusekino im Display. Typisch deutsch ist aber, schon Panik zu schieben, wenn noch gar keine Gefahr besteht.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Ist die Batterie der Sensoren (hier kurz nach Ablauf der Garantie) leer, zeigt der Tacho nichts an. Was der TÜV wohl dazu sagt? Das Wechseln der Batterie ist jedoch absichtlich nicht so einfach wie bei einer Armbanduhr über einen Bajonettverschluss möglich. Oh nein. Statt dessen ist die Batterie fest im Gerät eingenietet und vergossen.
Wer es nicht schafft, seinen Reifenluftdruck selber an einer Tankstelle zu prüfen, muss seine Kiste halt öffter in eine Werkstatt bringen. Das nennt sich dann Kundenbindung. Dazu BMW:
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Die Lebenserwartung eines RDC-Sensors ist aufgrund der integrierten Batterie in der Tat begrenzt. Sie variiert dabei stark, da hierbei nicht nur das Alter, sondern auch die gefahrenen Kilometer und die Anzahl der Systemstarts eine Rolle spielen. Drei bis vier Jahre sollten aber im Regelfall problemlos möglich sein.
Ein Austausch der Batterie ist aus Gründen der Betriebssicherheit, der Miniaturisierung und Haltbarkeit (Fliehkräfte) technisch nicht möglich. Diese Konstruktionsweise ist durch die genannten Umstände in der gesamten Kfz-Industrie üblich und betrifft die RDC-Sensoren im Pkw- und Motorradbereich gleichermaßen.
Mit freundlichen Grüßen
BMW Motorrad Direct
80788 München


Dabei sind bei anderen Herstellern wie zB. Garmin die Batterien ihrer Reifendrucksensoren selbstverständlich und selbst ohne dass die Reifen abmontiert werden müssen auswechselbar. Andere Hersteller wie VW kommen bei passiven bzw. indirekten RDKS Systemen ganz ohne Sensoren in den Reifen aus. Sie überwachen den Reifen einfach mit dem vorhandenen ABS Sensor. Das funktioniert selbstverständlich auch bei unterschiedlichen Reifendimensionen, wenn man die Umdrehungen vor dem Vergleich mit dem Faktor X multipliziert. Ein platter Reifen dreht schneller als ein voller. Solange es keinen messbaren Unterschied gibt, besteht für den Fahrer auch keine Gefahr.
Die einzige Lösung bei BMW ist jedoch das Austauschen der kompletten Sensoren für zarte 110 Euro pro Rad + Montage. Während andere Fahrzeuge mit günstigen Universalsensoren auskommen, müsssen es hier Originale Sensoren sein. Natürlich benötigt man hierfür ersteinmal einen Werkstatttermin. Ein Schelm, wer hier an vorsätzliches Abkassieren der Kunden denkt.
 
Meinem Freund ist es trotzdem gelungen, einen solchen Sensor vorsichtig auf zu sägen und die eingetackerte Knopfzelle heraus zu lösen und zu tauschen. Der Sensor wird mit dem Ventil zusammen durch einen einmal verwendbaren Ring an der Felge gehalten. Diesen Ring gibt es natürlich nicht einzeln sondern nur im Paket mit einem neuen Sensor zu kaufen.
 
Mit den neuen 10 Cent teuren Batterien funktionierte so ein Gerät jedoch noch lange nicht. Viel mehr muss ein neuer Sensor mit anderer Seriennummer erst mit der Boardelektronik des Motorrades angelernt werden. Hierfür wiederum brauchte man ein GS911 Diagnosegerät. Für 479.- Euro können Privatpersonen einen solchen erwerben. Solche teuren Diagnosegeräte für Privatanwänder sind jedoch auf das verheiraten von 10 Motorrädern beschränkt. Man kann extra nicht sämtliche Motorräder im Freundeskreis damit reparieren, um den Werkstätten ihren Gewinn zu sichern. Wer mehr will, muss ein Diagnosegerät für mehrere tausend Euro erwerben, so wurde uns vom Werkstattmeister erklärt. Bevor man den Reifendrucksensor jedoch mit der Boardelektronik verheiraten kann, muss man ihn ersteinmal wecken, da er ansonsten bei Geschwindigkeiten von weniger als 30 km/h "schläft". Dafür wird ein weiteres Gerät benötigt. Anschliessend kann man die Fehler löschen und wieder ganz normal fahren. Toll.
 
Inzwischen gibt es die GS mit Keyless Go siehe auch "Funkschlüssel haben große Sicherheitslücke" auf 3Sat Nano vom 28. April 2016, Genfer Automobilsalon auf Phoenix vom 13. März 2017 15:45, Marktcheck vom 21.03.2017, SWR Marktcheck vom 08.11.2016 und auf ARD Verbraucherfalle vom 05.12.2016. Selbst Motorradonline warnt inzwischen. Anscheinend hat man aus der Problematik mit der Ringantenne nichts gelernt.
 
Das positive am Schluss: Inzwischen hat BMW die Blinkerknöpfe der Japaner kopiert. Modell 2018 kommt hoffentlich auch mit vernünftiger Gabel statt gefährlichem Telelever, wie die Japaner.
Testfahrt Motorrad BMW R 1200 GS
Update: Inzwischen gibt es bei BMW neue Fehlerquellen: Ein empfindliches TFT Display und das intelligente Notruf System, auf das man sich auf keinen Fall verlassen sollte. Das Einzige was es bei diversen Fahrten wirklich gut konnte war, BMW Kunden immer wieder in die Werkstatt zu rufen. Gedacht ist es vermutlich dafür, dass es selbstständig die Polizei ruft, wenn man mal die Abkürzung direkt durch den Wald wählt. Dass man die Maschine mal hin legt, soll bei offroadfahrten ja vor kommen. Wozu braucht man sonst eine Enduro? Fehlt nur noch ein Assistent der selbstständig Strafzettel ausdruckt, falls mal die erlaubte Höchstgeschwindigkeit mal überschritten werden sollte. BMW Kunden würden sowas vermutlich auch kaufen.
 
2019 soll es die BMW R 1250 GS LC auch mit Hill Control geben, damit selbst jeder Rentner ein 134 PS Motorrad lenken kann. Fahren wird es dann der Computer. Langweiliger geht es doch gar nicht, da kann man ja gleich Bus fahren.
Erfreulicherweise hat man inzwischen eingesehen, dass immer schwerer nicht immer besser ist. Die Japaner verkaufen weltweit seit Jahrzehnten kleine Motorräder in Zahlen, von denen BMW nur träumen kann. In diesen Markt der wendigen, alltagstauglichen Fahrzeuge steigt BMW nun ebenfalls mit der neuen G 310 GS ein, für die es natürlich ebenfalls eine Rückrufaktion wegen Qualitätsmängeln gibt.
 
Fazit: Während alle Motorräder Spass machen, schlägt eine 700 Euro günstige Honda XL 600V Transalp eine 20.000 Euro teure BMW GS 1200 LC in den Punkten Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, einfache Wartung (selbst zum Einstellen der Ventile braucht man bei einer GS Spezialwerkzeug), natürlich im Preis und damit im Wertverlust pro Kilometer, mit ihrer schmaleren Bauform im täglichen Berufsverkehr, dank ihres geringeren Gewichts bei offroad Fahrten im Gelände und beim Spritverbrauch. Aber wer kauft eine BMW schon zum täglichen fahren?
Die GS schlägt die Transalp mit ihrer Höchstgeschwindigkeit auf den wenigen unbeschränkten Autobahngeraden in Deutschland (überall sonst sind mehr als die 160 km/h der Transalp verboten) und ihrer Anfängertauglichkeit auf Grund der vielen elektronischen Helfer und Drosseln. Damit ist sie das perfekte Fahrzeug für Poser, die sonst nichts zu bieten haben sondern nur teure Garagendeko suchen, um ihre Nachbarn zu beeindrucken, aber nicht für mich.
 
Charley Boorman, Ewan McGregor und Michael Martin haben die BMW nur genommen, weil sie diese gratis bekommen haben. Einem geschenkten Gaul und so. Honda braucht kein teures Sponsoring. Gute Dinge verkaufen sich auch so...
 
Zeige einem schlauen Menschen einen Fehler und er wird sich bedanken. Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen. BMW Fahrer gelten laut einer britischen Studie sowieso als unfreundlich. Keine grosse Überraschung oder?
 
Soweit meine unbezahlte Meinung. Bezahlte Produkt Placements und Schleichwerbung von Mercedes und BMW findet man inzwischen selbst in Kinderbüchern siehe ARD Monitor vom 05-02-2015 und WDR Servicezeit vom 22.12.2015. Alle Angaben ohne Gewähr. Weiter gehts zur Testfahrt der BMW R 1200 R.
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